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Infostand bei der Insel Schütt

Am Dienstag, 17.04., war unsere zweite Schul-/ bzw. Unikundgebung am Andreij-Sacharow-Platz (neben der Insel schütt). Dort konnten wir Mittelschulschüler*innen und Student*innen erreichen!
Die Resonanz war positiv: Viele Mittelschulschüler*innen haben eine ganze Ladung von Stickern mitgenommen und diese teilweise im Schulgebäude verklebt – und auch die Student*innen haben zum großen Teil positiv auf unser Vorhaben des Bildungsstreiks reagiert
Viele haben zugesagt, dass sie ein Teil des Streiks werden wollen – darüber freuen wir uns natürlich riesig.

Personell unterstützt wurden wir hierbei vom AK Ohm gegen Rechts, der Revolutionär organisierte Jugendaktion und der FDJ-Gruppe Nürnberg.

Hier noch ein paar Impressionen:

Ihr wollt dass wir an eure Schule/Uni/Berufschule kommen? Oder ihr möchtet uns bei unseren Kundgebungen unterstützen? Dann schreibt uns gerne eine Mail!

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Berufsschulkundgebung

Am Freitag, 13.04., war unsere erste Berufschulkundgebung am Berufsschulkomplex in Schoppershof – leider haben wir verpeilt Bilder davon zu machen, deswegen dieses mal nur ein schriftliches Update!
Wir standen von 11-14 Uhr am Ausgang des U-Bahnhofs Schoppershof mit einem Stand und konnten dort viele Sticker und Flyer loswerden. Dabei haben wir sicherlich mehrere hundert Berufsschüler erreicht. Einige von ihnen waren begeistert und wollten am liebsten direkt die ganzen Sticker mitnehmen und verkleben, manche fanden unser Engagement toll und sagten zu, dass sie ein Teil des Bildungsstreikes werden – wiederum andere hat das Thema null interessiert, anderen ist das Thema auch negativ aufgestoßen. Aber auch negative Resonanz war abzusehen, bei solch einem polarisierenden Thema. Wir haben uns aber davon nicht abhalten lassen, hatten Musik über unsere Lautsprecher laufen und hatten dabei gute Laune!

Nächste Woche gehen unsere Schul- und Berufsschulkundgebungen weiter: Wir halten euch auf dem laufenden!

Du hast Lust dass wir an deine Schule kommen? Oder du hast Lust uns bei den Schul- und Berufsschulkundgebungen zu unterstützen? Dann schreib uns eine Mail, oder komm am Montag um 19 Uhr in den GSN-Turm (Frauentormauer 7-9) zu unserem Bündnistreffen!

Bundesweite Vernetzung zum Bildungsstreik

An alle Menschen aus anderen Städten:
Ihr seid auf uns aufmerksam geworden und möchtet den Bildungsstreik in eurer Stadt pushen?
Dann schreibt uns gerne eine Nachricht auf Facebook oder eine Mail!
Wir sind gerade dabei unsere Kontakte aus anderen Städten zusammenzusuchen und in den nächsten Tagen Einladungsmails zu unserem bundesweiten Vernetzungstreffen zu verschicken. Mehrere Städte haben schon Interesse bekundet (Berlin, Dresden,…) und Bremen macht bereits mit!
Wir freuen uns darauf!

Aufruf zum Bildungsstreik 2018

Bildung für alle!
Sie schieben ab?
Wir streiken.

1. Wer sind wir?
2. Zugang zu Bildung für Geflüchtete und Asylpolitik allgemein
3. Unter welchen Bedingungen wollen wir lernen und leben?
4. Deshalb treten wir in den Streik.

1. Wer sind wir?

Wir sind Schüler*innen, wir sind Auszubildende und Studierende.
Manche von uns finden keine Arbeit oder hängen in der Warteschleife überfüllter Studiengänge. Andere dürfen weder arbeiten noch eine Ausbildung beginnen, einigen von uns will man komplett verbieten hier in die Schule zu gehen.

Wir wurden in Deutschland geboren, wir sind erst seit zwei Monaten oder schon seit vielen Jahren hier. Manche von uns kommen aus Äthiopien, Syrien, Afghanistan oder dem Allgäu.
Einige von uns besuchen Sprachkurse um Französisch, Deutsch oder Spanisch zu lernen, andere von uns können das nicht tun, weil sie auf dem Weg hierher im Meer ertrunken sind.

Rektor*innen, Chefs und Politiker*innen regen sich oft über uns auf.
Sie werfen uns vor, dass wir uninteressiert oder faul seien, uns nicht vernünftig verhalten würden.
Gleichzeitig sagen sie uns: Die Jugend, das ist die Zukunft.

Sie haben Recht:
Wir interessieren uns nicht für Unterricht und Vorlesungen, die uns nicht beibringen selbstständig zu denken und zu leben.
Und ja, wir haben keine Lust nach langen, anstrengenden Arbeitstagen noch ins Berichtsheft zu schreiben, dass wir viel gelernt hätten, wenn wir eigentlich bloß eine Arbeitskraft für 3,75 € die Stunde waren.
Und ja, wenn Vernunft bedeutet tatenlos dabei zuzusehen, wie die Polizei in unsere Schulen kommt um Menschen festzunehmen und in Kriegsgebiete abzuschieben, dann sind wir lieber unvernünftig.

Und ja, wir sind die Jugend. Und wir sind auch die Zukunft.
Und der Zukunft ist es völlig egal was für eine Hautfarbe oder welches Geschlecht wir haben, woher wir kommen und in welchem Bereich wir unsere Fähigkeiten und Talente haben.
Aber uns ist es nicht egal, dass die Gegenwart uns nach unserer Herkunft, Hautfarbe oder unserem Geschlecht sortiert und verurteilt und dass unsere Fähigkeiten nur dann gefördert werden, wenn irgendjemand daran Geld verdienen kann.

Wir sind müde davon gegeneinander zu kämpfen, um Arbeitsplätze, bezahlbare Wohnungen, die bessere Note. Und auch Netflix, Snapchat und das beste Gras lassen dieses Gefühl, dass hier irgendetwas komplett falsch läuft, nicht verschwinden.

2. Zugang zu Bildung für Geflüchtete und Asylpolitik allgemein

Viele Menschen sind in den letzten Jahren aus den unterschiedlichsten Ecken der Welt nach Deutschland gekommen. Die Gründe dafür sind vielfältig.
Der Krieg der in Ländern wie Syrien oder Afghanistan wütet, hat die Existenzgrundlage vieler Menschen langfristig zerstört.
Die Umweltverschmutzung durch Handel und Industrie und der damit verbundene Klimawandel haben Gegenden hervorgebracht in denen aufgrund von verseuchtem Grundwasser oder Dürre an ein normales Leben nicht mehr zu denken ist.
Viele müssen ihre Heimat aufgrund von hoher Jugendarbeitslosigkeit, zu niedrigen Löhnen, unzumutbaren Arbeitsbedingungen und wirtschaftlicher Perspektivlosigkeit verlassen.
Andere Menschen müssen fliehen, weil sie in den Staaten, aus denen sie kommen, wegen ihrer Meinung oder ihrer sexuellen Orientierung verfolgt werden.

Sie fliehen aus Gründen die für jede/n verständlich sein sollten. Viele dieser Gründe gibt es nur, weil es in den Management-Etagen großer Konzerne einfach egal ist ob für den Jahresgewinn Menschen verarmt oder gar gestorben sind. Und viele dieser Gründe wurden mitverursacht durch die Außen- und Wirtschaftspolitik der deutschen und europäischen Regierung.

Viele der Menschen, die diese Zustände nicht länger ertragen konnten, sind eben jetzt hier.
Jeder Mensch sollte durch sein Menschsein einen Anspruch auf grundsätzliche Rechte haben.
Dazu gehört auch das Recht darauf sich auf den Weg zu machen um einen Ort zu finden an dem ein menschenwürdiges Leben möglich ist.
Dazu gehört ebenfalls das Recht darauf zur Schule zu gehen, einen Beruf zu lernen und zu studieren, um sich seinen Fähigkeiten und Wünschen entsprechend weiter entwickeln zu können. In der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ sind die Rechte auf Bildung, Arbeit und ein menschenwürdiges Leben sogar verbindlich festgelegt (1).

Deutschland versucht das Image zu wahren, dass das hier so sei. Und das wird weltweit auch von vielen so wahrgenommen.
Doch was passiert hier gerade in Wirklichkeit?

Durchschnittlich vergeht ein halbes Jahr bis überhaupt erst ein Asylantrag gestellt werden kann, die Entscheidung darüber nimmt im Durchschnitt noch einmal ein Jahr in Anspruch.(2) Die Zeit bis dahin müssen die meisten Geflüchteten in beengten Unterkünften verbringen. Mit Horst Seehofer (CSU) als neuem Innenminister wird dieses unmenschliche Lagersystem für Flüchtlinge wahrscheinlich noch weiter ausgebaut.

66,2 % der Entscheidungen über Asylanträge des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge im Januar 2018 führten nicht dazu, dass diese Menschen hier bleiben dürfen (3). Mit der Einstufung von instabilen Staaten und Kriegsgebieten als „sichere Herkunftsländer“ existiert das Recht auf Asyl nicht einmal mehr auf dem Papier.

Für diejenigen deren Asylantrag abgelehnt wurde, die aber bereits einen Ausbildungsvertrag haben, gibt es nun theoretisch noch die Möglichkeit einer sogenannten „Ausbildungsduldung“.
[„3+2“-Regel: Wurde eine „Ausbildungsduldung“ erteilt, so darf die Person ein dreijährige Ausbildung bis zum Ende durchlaufen und im Anschluss zwei Jahre in diesem erlernten Beruf arbeiten.]
Eine „Duldung“ ist aber kein sicherer Aufenthaltstitel, das heißt die Unsicherheit, ob man nicht in zwei Wochen doch abgeschoben werden könnte, bleibt. Außerdem wird diese Möglichkeit von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich angewendet. In Bayern ist es fast ein Ding der Unmöglichkeit davon Gebrauch zu machen.

Im Jahr 2017 gab es durchschnittlich jeden Tag einen Anschlag auf Geflüchtete und ihre Unterkünfte (4) Darunter fallen Sachbeschädigung, „Graffiti“, körperliche Gewalt, Brandstiftungen und Sprengsätze.
Auch wenn das selten so benannt wird: Das ist Terror.
Mehr als 35.000 Menschen sind in den letzten 18 Jahren auf der Flucht nach Europa ums Leben gekommen – und das sind nur die bekannten Fälle, die Dunkelziffer dürfte um einiges höher liegen. (5)
2015 startete SPD-Politiker Andreas Bausewein die öffentliche Diskussion, ob man Kindern von Geflüchteten die Grundschule verbieten solle (6) (in der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ ist der Grundschulbesuch für Kinder als verpflichtend festgelegt) und BILD erzählt uns täglich die neuesten Geschichten von angeblichem Asylbetrug (7).

Wollen wir in einer Gesellschaft leben in der systematisch einer Gruppe von Menschen grundlegende Rechte verweigert werden?

Wir als Jugendliche möchten unsere Zukunft aktiv gestalten. Und unsere Zukunft soll nicht in einem Land sein, in dem Ungerechtigkeit und Ausgrenzung auf der Tagesordnung stehen. Unsere Zukunft soll kein zerstörter Planet sein, auf dem unzählige Kriege geführt werden.

Deshalb fordern wir aktuell mindestens die Einhaltung beziehungsweise Anwendung der „3+2“-Regel im Sinne einer Vorgabe für die Ausländerbehörden, dass der Ermessensspielraum zugunsten der betroffenen Personen ausgelegt werden muss.

Außerdem muss klargestellt werden, dass jegliche Art von Mitwirkungspflicht in einem Abschiebeverfahren für Lehrkräfte, Schulleitung und Sozialpädagog*innen absolut inakzeptabel ist.
Ebenfalls inakzeptabel ist die aktuelle Weisung des Kultusministeriums (Bayern), dass ab nächstem Schuljahr das Berufsgrundschuljahr (BGJ) nur noch für Geflüchtete mit „guter Bleibeperspektive“ (abhängig von der Einstufung des Herkunftslands der Person) zugänglich sein soll. So wird bereits im Vorhinein bestimmten Bevölkerungsgruppen die Möglichkeit zu Bildung und Inklusion genommen.
Über all diese (beispielhaften) rechtlichen Hürden und Schikanen hinweg, fordern wir, dass Rahmenbedingungen geschaffen werden, die es jedem hier lebenden Menschen möglich machen sein Recht auf Bildung wahrzunehmen.

Aufgrund der Mitverantwortung die sowohl der deutsche Staat wie auch deutsche Konzerne für Fluchtursachen weltweit tragen fordern wir damit verbunden die Einführung eines bedingungslosen Bleiberechts und die Legalisierung von Fluchtwegen nach Europa, verbunden mit der Einstellung sämtlicher Waffenexporte, der Auslandseinsätze der Bundeswehr und der Kooperation mit diktatorischen Staaten wie der Türkei, sowie einem Verbot wirtschaftlicher Investitionen und Aktivitäten die mit einer Missachtung der Menschenrechte einhergehen und ein extremes Maß an Ausbeutung bedeuten.

3. Unter welchen Bedingungen wollen wir lernen und leben?

Uns geht es nicht nur um die Tatsache, dass das Bildungssystem nicht für alle offen ist.

Es geht auch um die Inhalte, die uns vermittelt werden, wie sie uns vermittelt werden und wer darüber entscheidet.
Natürlich ist es schwierig das hier kurz und knapp zu sagen. Die konkreten Probleme an Universitäten, Berufs-, Real-, Hauptschulen, Gymnasien und Förderschulen sind zum Teil sehr unterschiedlich, auch von Bundesland zu Bundesland.
Deshalb sind wir dafür, dass wir unsere Forderungen in diesem Bereich abhängig von den speziellen Umständen entwickeln und uns dann gegenseitig darin unterstützen.

Einige allgemeine Dinge gibt es aber natürlich trotzdem dazu zu sagen.

Was wir lernen

Ein offensichtlich problematischer Punkt zeigt sich direkt nach der Grundschule. Egal ob wir auf die Förder-, Haupt-, Realschule oder das Gymnasium kommen: Wir werden nicht darauf vorbereitet, was uns nach dieser Zeit erwartet.

Klar Lesen, Rechnen und Schreiben sind die Grundlagen und sind wichtig.
Aber auf den Berufsmessen die wir besuchen müssen, stellt sich niemand hin und erzählt uns von den Schattenseiten der Arbeitswelt. 2016 wurden in Deutschland insgesamt fast eine Milliarde Überstunden geleistet – unbezahlt. Dass man mit einem Azubi-Gehalt meistens noch bei den Eltern wohnen muss, obwohl man selbstständig arbeitet, wird als normal angesehen. Von den Strapazen als Student*in einen passenden Job zu finden, wollen wir gar nicht erst anfangen. Dass man sich nach den ersten Monaten körperlicher Arbeit oder Sitzen vorm Bildschirm die Wirbelsäule zurechtrücken und am liebsten ein Paar neue Füße anschrauben lassen möchte, sagt einem höchstens der nach einem Arbeitsunfall mit 50 Jahren frühpensionierte Onkel.

Von den Problemen und Formalitäten die es mit sich bringt eine Wohnung zu finden, von dem Stress mit Hausverwaltungen, Mietverträgen und Versicherungen erzählt man uns im Unterricht ebenfalls nichts. Davon wie es ist sich mit Ämtern herumzuschlagen wegen Bafög oder Hartz auch nicht. Und wer weiß schon wie man das mit den Steuern regelt?

Wie wir lernen

In den meisten Bereichen unseres Bildungssystems geht es darüber hinaus immer noch nicht darum uns beizubringen, wie wir uns Inhalte selbst aneignen können. Täglich ärgern wir uns mit (verständlicherweise) unmotivierten Lehrkräften herum, die sich an straffe, durchstrukturierte Lehrpläne zu halten haben. In Klassen von 20 bis 35 Schüler*innen (an Grund-, Haupt- und Realschulen, Gymnasien und Berufsfachschulen) (8) ist es als Lehrer*in nicht leicht den Überblick zu behalten oder auf individuelle Probleme der Schüler*innen einzugehen. .
Hinzu kommt, dass Bildung immer noch nicht komplett kostenfrei ist. Material- und Büchergeld, die Finanzierung von Studien- und Klassenfahrten müssen häufig privat getragen oder bezuschusst werden. Laut Aussage des „Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus“ würde damit gewährleistet, dass solche Fahrten „von den teilnehmenden Schülerinnen und Schülern stärker wertgeschätzt werden“ (9). Doch gerade ärmere Mitschüler*innen werden so ausgegrenzt. Sogar Schulwegskosten müssen aus eigener Tasche gezahlt werden, sobald die zehnte Jahrgangsstufe überschritten wird oder die Schule der Wahl eben nicht die nächstgelegene ist (10).
Ausgrenzung findet auch dann statt, wenn man uns nach der Grundschule in drei verschiedene Schularten steckt. So werden Vorurteile aufgebaut und uns wird die Möglichkeit genommen, zu bemerken, dass Hauptschüler*innen nicht dumm und Gymnasiast*innen nicht arrogant sind.

Selbstbestimmt lernen

Wer bestimmt was und wie wir lernen? An den meisten Unis sitzen in den Entscheidungsgremien mehrere Vertreter*innen aus der Privatwirtschaft. Hier ist es vielleicht am offensichtlichsten, dass es vor allem darum geht, dass wir eines Tages gute Arbeitnehmer*innen sind, die ihren Job unter allen Bedingungen machen und sonst keine Wünsche und Forderungen haben.
Das dreigliedrige Schulsystem ist allerdings wahrscheinlich das beste Beispiel dafür. Mit 10 Jahren wird für uns entschieden ob wir später mal schlecht bezahlte oder etwas besser bezahlte Drecksarbeit leisten müssen. Das heißt nicht, dass uns viele dieser Jobs keinen Spaß machen würden. Es geht um die Umstände unter denen wir sie machen müssen und die Art und Weise wie wir dafür ausgewählt werden.
Auch wenn wir uns ansehen, wie die Ministerien für Bildung mit den Anträgen von Schüler*innen-Vertretungen umgehen (in Mittelfranken wurde anscheinend seit 14 Jahren jeder Antrag mit einer höflichen Ablehnung beantwortet), wird klar: Wirklich dafür interessieren, was wir eigentlich wollen und was uns wichtig ist, tut sich keiner dieser Politiker. Und die Arbeit der „Schüler*innen-Mitverantwortung“ (SMV) wird meistens nur dann laufen gelassen, wenn sie dabei nicht der Schulleitung in die Quere kommt.

Wir sind keine Bildungspolitiker*innen, mit Zugriff auf tausende Statistiken und etliche Mitarbeiter*innen, die diese für uns auswerten. Deshalb kann jede*r einzelne von uns nur Dinge anreißen. Aber jede*r einzelne von uns ist Expert*in in den Bereichen die uns direkt betreffen. Und wer könnte besser sagen, was dort schief läuft, als wir?
Und wenn wir uns gemeinsam die Zeit nehmen diese Probleme zu sammeln und uns zu überlegen, was hinter ihnen steht, was sie miteinander zu tun haben, dann können wir sehr wohl sagen was sich strukturell verändern muss.

4. Deshalb treten wir in den Streik

Die Scheiße die uns täglich fertig macht hat viele Gesichter. Vieles davon taucht in diesem Text vielleicht auch gar nicht auf. Doch all die scheinbar kleinen Probleme im Alltag lassen sich nur langfristig lösen, wenn wir sie gemeinsam angehen. Das selbe gilt für die großen Probleme, die „Politik“.

Bildung ist ein Privileg. Und das sollte sie nicht sein.
Doch die Forderungen, die hier gestellt werden, sind noch lange nicht alles. Wir fangen spätestens ab heute an unser Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Wir wollen es nicht länger den Direktoraten, Chefetagen und Regierungen überlassen über unser Leben zu entscheiden.

Die Jugend wird in den Medien immer nur als Zahl gehandelt, höchstens wird sich noch darüber beschwert, dass wir unpolitisch wären und keine Meinung hätten. Aber selten bis nie darf dort jemand von uns laut und öffentlich seine Meinung sagen. Und selbst wenn wir zeigen, dass wir uns dafür interessieren was um uns herum passiert, dann wird nicht auf Augenhöhe mit uns diskutiert.
Wir können nicht die Zukunft aktiv gestalten, wenn wir darin behindert werden die Gegenwart zu kritisieren.

Die Forderungen in diesem Text sind an alle Stellen gerichtet, die dazu etwas zu sagen haben. Aus den oben genannten Gründen müssen wir aber davon ausgehen, dass es diesen Stellen wieder egal sein wird, was wir zu sagen haben.
Deshalb rufen wir für den 22. Juni 2018 dazu auf verdammt nochmal nicht in die Schule, die Uni, den Betrieb zu gehen, nicht tatenlos in der Gemeinschaftsunterkunft zu bleiben, sondern stattdessen zu streiken, auf die Straße zu gehen und mit uns zu demonstrieren.
Wenn wir auf uns und unsere Probleme aufmerksam machen wollen, braucht es eine gemeinsame Aktion die man nicht übersehen kann.

Dieses beschissene Bildungssystem funktioniert nur, wenn wir auch mitspielen. Allerdings ist es jetzt höchste Zeit die Regeln dieses Spiels endlich einmal neu zu diskutieren!
Leere Klassenzimmer, Hörsäle und Unterkünfte sind für uns nicht nur ein Tag Urlaub von der Realität. Sie sind die Möglichkeit uns kennenzulernen und auszutauschen.
Wir können gemeinsam schauen, was wir ändern müssen, damit wir in einer Welt leben können, in die man selbst vielleicht irgendwann noch Kinder setzen möchte.

22.06.2018 – Raus zum Bildungsstreik!

Quellen:

(1) United Nations Human Rights, „Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte
Resolution 217 A (III) vom 10.12.1948“, http://www.ohchr.org/EN/UDHR/Pages/Language.aspx?LangID=ger, Aufruf am 11.03.2018

(2) ProAsyl, „Was im Asylverfahren passiert – und was dabei alles falsch läuft“, 15.02.2016, https://www.proasyl.de/hintergrund/was-im-asylverfahren-passiert-und-was-dabei-alles-falsch-laeuft/, Abruf am 10.03.2018

(3) Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Diagramm„Entscheidungen und Entscheidungsquoten seit 2009 in Jahreszeiträumen“ in: „aktuelle Zahlen zu Asyl – Januar 2018“ http://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Downloads/Infothek/Statistik/Asyl/aktuelle-zahlen-zu-asyl-januar-2018.pdf;jsessionid=7E67953F07512F1A543C3B421C9B3468.2_cid368?__blob=publicationFile, Abruf am 10.03.2018

(4) Neue Osnabrücker Zeitung, Trimborn Marion, „Zahlen des Bundeskriminalamtes: Jeden Tag ein Anschlag auf Asylbewerberheime“, 06.11.2017, https://www.noz.de/deutschland-welt/politik/artikel/974669/jeden-tag-ein-anschlag-auf-asylbewerberheime, Abruf am 10.03.2018

(5) ProAsyl, „Die hingenommenen Toten: Jedes Jahr sterben Tausende auf der Flucht“, 27.02.2018, https://www.proasyl.de/news/die-hingenommenen-toten-jedes-jahr-sterben-tausende-auf-der-flucht/, Aufruf am 10.03.2018

(6) Zeit Online, „Thüringens SPD- Chef gegen Schulpflicht für Asylbewerberkinder“, 26.08.2015, http://www.zeit.de/politik/deutschland/2015-08/fluechtlinge-kinder-schulpflicht-thueringen-forderung-bausewein, „Basierend auf der Tatsache, dass die Stimmung innerhalb der Bevölkerung zu kippen droht und ich kein weiteres ‚Heidenau‘ haben möchte, sehe ich mich veranlasst, folgende Forderungen zu formulieren: Aussetzen der Schulpflicht bis zur Feststellung des Aufenthaltsstatus der Kinder.“ – Andereas Bausewein, SPD-Chef Thüringen

(7) Z.B. BILD, „Asylbetrug – Ausländeramt will Serbin erneut abschieben“, 26.07.2017, https://www.bild.de/regional/berlin/asylrecht/mutter-fliegt-auf-52660182.bild.html Aufruf am 10.03.2018

(8) www.smv.bayern.de, Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus, „I.4 Mehr Fördergelder für Studienfahrten“ in: „Stellungnahme des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst zu den Beschlüssen der zweiten und dritten Landesschülerkonferenz des Schuljahres 2016/2017“, http://www.smv.bayern.de/fileadmin/user_upload/Schueler-mit-verantwortung/Uploads/2_-_Mitbestimmen/Stellungnahmen_KM/Stellungnahme_Beschluesse_LSKs_2010-11.pdf, Aufruf am 10.03.2018

(9) www.smv.bayern.de, Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus, „5. Verringerung der Klassenstärken“, in: „Stellungnahme zu den Beschlüssen der Landesschülerkonferenzen des Schuljahres 2010/11“ http://www.smv.bayern.de/fileadmin/user_upload/Schueler-mit-verantwortung/Uploads/2_-_Mitbestimmen/Stellungnahmen_KM/Stellungnahme_Beschluesse_LSK_II_und_III_2016-2017.pdf, Aufruf am 10.03.2018

(10) www.smv.bayern.de, Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus, „1. Schulwegkostenerstattung“, in: „Stellungnahme zu den Beschlüssen der Landesschülerkonferenzen des Schuljahres 2010/11“ http://www.smv.bayern.de/fileadmin/user_upload/Schueler-mit-verantwortung/Uploads/2_-_Mitbestimmen/Stellungnahmen_KM/Stellungnahme_Beschluesse_LSK_II_und_III_2016-2017.pdf, Aufruf am 10.03.2018

Sticker, Flyer, Aktionen

Die Vorbereitungen zum Bildungsstreik 2018 laufen auf Hochtouren! Wenn ihr Sticker von uns haben wollt könnt ihr gerne zum nächsten Treffen kommen und euch welche holen! Ansonsten befinden sich auch einige Sticker im Stadtteilladen „Schwarze Katze“ (Untere Seitenstraße 1) .

Ansonsten besprechen wir momentan primär die Durchführung des Streiktags selbst und planen viele Mobilisierungs-Aktionen im Vorfeld des Streiks. Ihr seid herzlich eingeladen euch zu beteiligen!

Sie schieben ab – wir streiken!

PS: Zum Bildungsstreik gibt es jetzt auch eine Facebook-Veranstaltung

Podiumsveranstaltung: Was ist am 31. Mai 2017 wirklich passiert?

Ziel der Veranstaltung ist es, jenseits der Darstellung der Polizei und des bayrischen Innenministeriums, eine echte Aufarbeitung der Geschehnisse stattfinden zu lassen. Sie bietet den Akteur*innen, die am 31. Mai vor Ort waren, eine Plattform ihre Eindrücke zu schildern. Die Schilderungen werden in ihren Gesamtkontext eingebettet, der auf juristischer, politischer und historischer Ebene die gesellschaftliche Relevanz des
Tages verdeutlicht.

Die Podiumsveranstaltung „Gelebte Solidarität – Die Geschehnisse des 31.Mai erzählt von unten“ wird unterstützt vom Bezirksverband Mittelfranken der IG BAU, dem Bayerischen Flüchtlingsrat und dem Bündnis Fluchtursachen bekämpfen.

Einlass ab 17:15 Uhr, Beginn 17:30 Uhr im großen Saal des
Nachbarschaftshauses Gostenhof, Adam-Klein-Straße 6 in 90429 Nürnberg.

Kommt vorbei!

Hier der Link zur Facebook-Veranstaltung

Kundgebung am 22.01.

Zur Erinnerung:

Heute: Kundgebung gegen Abschiebungen nach Afghanistan
um 18 Uhr // Dreiherrenbrunnen Fürth

JABA U-bahn Treffpunkt Gostenhof 17.30 Uhr (pünktlich)

Am Dienstag, den 23. Januar wird es eine weitere Sammelabschiebung nach Afghanistan geben. Aus diesem Grund fahren wir gemeinsam nach Fürth um dagegen zu demonstrieren. Danach gehen wir geschlossen aufs JABA Treffen. Neue Leute sind immer willkommen!

Wir sagen: Sie schieben ab? Wir streiken!

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