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Bildungsstreik 2018

Am 22.06. blieben rund 500 Menschen in Nürnberg trotz Einschüchterungsversuchen durch Polizei und Schulleitung der Arbeit, Uni, Schule oder Unterkunft fern. Stattdessen kamen wir auf der Straße zusammen, um für die Einhaltung des Menschenrechts auf Bildung und eine gerechte Asylpolitik zu protestieren.

Die ausdrucksvolle und lautstarke Streikdemonstration war für uns ein voller Erfolg. Wir haben gezeigt, dass wir keine Lust mehr auf den Ist-Zustand haben und für andere Perspektiven kämpfen werden!

Nach der Demonstration haben wir noch ausgelassen gefeiert mit guter Musik, leckerem Essen und Getränken. Die Soli-Getränkepreise haben uns geholfen, einen Teil der Kosten, die mit der Organisation des Streiks verbunden waren, zu decken. Am Sonntag den 24.06. hatten wir noch ein offenes Perspektivtreffen, an dem auch neue Aktivist*innen teilnahmen.

Es endet nicht hier – wir organisieren uns weiter und werden für eine bessere Zukunft einstehen.

Du willst bei uns mitmachen? Komm doch zu unserem nächsten Treffen am Montag den 02.07.2018 im GSN-Turm (Frauentormauer 7-9) in Nürnberg.

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Argumente und Tipps für Schüler*innen und Azubis

Von Eltern und LehrerInnen kommen Argumente gegen den Streik.
Hier sind mögliche Antworten:

1. „SchülerInnen und Schüler können doch gar nicht streiken!“

Was ist ein Streik? Eigentlich die Verweigerung und Arbeitsniederlegung von Beschäftigten zur Verbesserung ihrer Lebensbedingungen. Weil sie nicht mehr arbeiten gehen, üben sie wirtschaftlichen Druck auf Betriebe, Unternehmer und auch die Regierung aus. Die Gewerkschaften machen es vor: Wenn sie wollen, stehen alle Räder still. In diesem Sinne können SchülerInnen natürlich nicht streiken. Wir können in der Schule nicht den selben Druck ausüben wie die Beschäftigten im Betrieb.

Allerdings: Durch eine Verweigerung des Unterrichts machen wir auf unsere schlechte Situation in den Schulen und die allgemeine Bildungsmisere aufmerksam. Wir wollen ein besseres Lernen für alle Menschen und zeigen, wie wichtig es uns ist: Wir lassen die Schule ausfallen!
Wir zeigen, dass wir alle etwas tun müssen für eine unabhängige Wissensvermittlung für alle in Deutschland lebenden Menschen!

2. „Politik hat an der Schule nichts zu suchen!“

Politik hat an der Schule sehr wohl etwas zu suchen – Und zwar nicht nur im Politik- und Wirtschafts-Unterricht! Vor allem, weil die politische Ausrichtung des Unterrichts oft sehr abhängig ist von der Meinung der LehrerInnen. Die Schule erhebt selbst den Anspruch uns politisch zu bilden und ist selbst nicht neutral. Also dürfen auch wir SchülerInnen unsere Belange einbringen! Wir dürfen Schule nicht als „politikfreien Raum“ akzeptieren, sondern müssen uns das Recht nehmen uns zu äußern. Schließlich betrifft das, was in der Politik geschieht, jeden einzelnen Menschen.

3. „Könnt ihr nicht nachmittags demonstrieren?“

Wir „demonstrieren“ nicht nur. Wir verweigern auch absichtlich den Unterricht (aus den bereits erwähnten Gründen)! Zum Bildungsstreik gehören verschiedene Aktionen, Versammlungen und Konferenzen. Viele davon finden auch nachmittags statt. Doch erst durch den Streik finden wir wirklich Gehör! Wir zeigen damit, dass wir nicht einfach so bereit sind, die Situation im Bildungs- und Asylbereich zu akzeptieren und im Klassenzimmer sitzen zu bleiben.

Außerdem lehnen wir uns an die Methoden der Beschäftigten an! Lokführer, Öffentlicher Dienst, die Gewerkschaft und andere – sie haben die Streiks für ihre Rechte gekämpft.

4. „Die Leute kommen doch nur mit, damit sie nicht zur Schule müssen, haben aber in Wirklichkeit überhaupt kein Interesse an Politik!“
Sicher, es ist wichtig, an den Schulen Streikkomitees zu gründen und Infoveranstaltungen zu machen. Über Probleme, die alle betreffen, sollte auch mit allen diskutiert werden. Wir sind nicht dumm und in der Lage uns eine eigene Meinung zu bilden. Der Streik bietet uns viele Möglichkeiten uns auszutauschen und politisch weiterzubilden.

Auf den Kundgebungen werden die Dinge diskutiert, die uns unter den Nägeln brennen.

5. „Ihr bevormundet die anderen!“

Wir zwingen niemanden, an unserer Demonstration teilzunehmen. Trotzdem fällt vielleicht an unserem Streik- und Protesttag einiges an Unterricht aus.

Doch die Forderungen, die wir stellen, sind in unseren Augen richtig und gehen alle etwas an!

Wir wollen die Aufmerksamkeit aller SchülerInnen! Und wir brauchen die Aufmerksamkeit der ganzen Gesellschaft! Bevormundung findet eher dann statt, wenn SchülerInnen verboten wird, die Schule zu verlassen und zu streiken.

6. „Ihr macht illegales…“

Die Schulpflicht endet nach der 9. Klasse. Trotzdem ist Unterrichtsverweigerung auch von jüngeren SchülerInnen nicht verboten. Das Land Bayern hat nämlich nie klare Stellung dazu bezogen. Zwei Gesetze stehen gegeneinander: Die Schulpflicht und die Versammlungs- und Meinungsfreiheit. Die Versammlungs- und Meinungsfreiheit ist Grundgesetz und Grundrecht. Das Grundgesetz steht generell über allen anderen Gesetzen.

Das Grundgesetz tritt erst nach 16:00 Uhr in Kraft, sondern gilt den ganzen Tag über. Wir dürfen also auch während der Schulzeit zusammen zu kommen und uns frei äußern.

7. „Ihr bringt eure Mitschüler in Gefahr.“

Wir organisieren auf jeder Demonstration einen Ordnerdienst aus SchülerInnen, die aufpassen.

8. „Ihr werdet Verweise und Tadel kriegen!“

Damit müssen wir rechnen. Wenn der Fall eintritt, werden wir versuchen das abzuwehren. Ein Verweis muss durch die Lehrer ausgesprochen werden. Diese gilt es von den Zielen und der Notwendigkeit des Schulstreiks zu überzeugen. Aber auch wenn Schüler und Eltern gemeinsam etwas gegen die Verweise unternehmen, können wir es gemeinsam schaffen solche Repressionen abzuwehren. Das Beste ist, wenn so viele wie möglich mitkommen. Einigen wenigen Personen gibt man eine Strafe. Einer ganzen Schule werden sie keine Strafe geben. Also gründet eine Schülerinnen Streikkomitee und versucht so viele Leute wie möglich vom Schulstreik zu begeistern…

Asylhelferkreise und andere Gruppen

Ihr seid Teil in einem Asylhelferkreis oder einer Geflüchtetengruppe? Ihr habt Lust uns am Tag des Bildungsstreiks zu unterstützen? Wir freuen uns wenn ihr euch einbringt! Darüber hinaus wäre es super, wenn ihr uns eine Solidaritätserklärung schreibt, die wir dann auf der Streikdemonstration verlesen und im Vorfeld veröffentlichen können. Schreib uns dafür einfach eine Mail!

Flyerverteilung in Erlangen

Am Montag (07.05.) haben wir in Erlangen am Kollegienhaus und im Schlosspark Flyer und Sticker verteilt – die Resonanz war durchweg interessiert und positiv!

Auch generell können wir sagen, dass bereits viele Schüler*innen/Berufschüler*innen und Studierende großes Interesse bekundet haben und den Bildungsstreik an ihrer Schule pushen möchten.

Bisher haben Schüler*innen und Studierende folgender Bildungsinstitute zugesagt:

  • Labenwolf-Gymnasium
  • Johannes-Scharrer-Gymnasium
  • Berufsschule 14
  • Berufsschule 10
  • Herrman-Kesten-Kolleg
  • Georg-Simon-Ohm-Hochschule
  • Evangelische Hochschule Nürnberg
  • Friedrich-Alexander-Universität

Wir freuen uns sehr über die Resonanz!

Du möchtest ein Teil des Bildugsstreiks werden? Wir sollen an deine Schule zum Flyer verteilen? Dann schreib uns gerne eine Mail oder besuch uns auf Facebook!

1. Mai 2018

Am Dienstag waren wir bei der Revolutionären 1. Mai Demonstration. Das 7×7 m Transparent, das ihr hier sieht, hing an der Auftaktkundgebung von einem Haus – danke noch mal an die Menschen die darin wohnen!
Wir hatten einige Leute, die bei uns im „Block“ mitgelaufen sind, eine Rede durften wir an der Zwischenkundgebung halten. Zwischendurch gab es eine Luftballonaktion – an diese haben wir unsere Flyer und Sticker gehängt und sie aus einem Haus in die vorbeilaufende Demo geworfen. Außerdem hatten wir am internationalistischen Straßenfest einen Stand für Interessierte!
Wir sind uns nun ziemlich sicher, dass jede*r, der*die auf der 1. Mai Demo war nun auch ganz sicher weiß dass am 22.6. gestreikt wird!

Sie schieben ab? Wir streiken!

Nach dem Vernetzungstreffen

Am Wochenende fand unser bundesweites Vernetzungstreffen statt!
Dabei trafen viele verschiedene Menschen aus vielen verschiedenen Städten zusammen, die alle interessiert sind, einen Bildungsstreik am 22.6. zu organisieren!
Mit dabei waren: DIE LINKE. SDS Nürnberg, linksjugend [’solid] basisgruppe münchen, AK Ohm gegen Rechts, Schüler*innen aus Bonn, Münster und Düsseldorf, SSV München, FDJ-Gruppe Nürnberg, REVO Stuttgart, Revolutionär organisierte Jugendaktion, Schule für Alle, SJD-Die Falken KV Regensburg und Aktivist*innen aus Würzburg!

Sehr freuen wir uns auch darüber, dass sich in Bonn, Münster und Düsseldorf ebenfalls eine „Jugendaktion Bildung statt Abschiebung“ gegründet hat!


Wegen der großen Bandbreite an Menschen und Organisationen können am 22.6 mit diesem Bildungsstreik die Themen Bildung und Asylpolitik aus vielen verschiedenen Blickwinkeln lauthals auf die Straße getragen werden!
Gleichzeitig haben wir festgehalten, dass nach den Bildungsstreik aber nicht alles vorbei sein soll. Wir haben weiterhin den Anspruch, antirassistische Politik zu betreiben. Nach dem Streik wird es demnach ein weiteres Treffen zur Koordinierung geben.

Wir freuen uns sehr über die Resonanz!

Sie schieben ab? Wir streiken!

Wenn du mitmachen möchtest, kannst du uns gerne schreiben!

Bundesweites Vernetzungstreffen zum Bildungsstreik

Diesen Samstag (28.04.) findet unser bundesweites Vernetzungstreffen statt. Wenn du aus einer anderen Stadt kommst und Lust hast, auch bei euch einen Bildungsstreik zu organisieren, dann komm doch vorbei und tausch dich mit uns aus!

Wir treffen uns um 14:00 Uhr im Falkenturm (Frauentormauer 3)!

Für Schlafplätze und Verpflegung wird von uns gesorgt. Komm einfach vorbei oder schreib uns eine Nachricht auf Facebook oder eine Mail!

Wir sehen uns am Samstag!

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